
ADHS im Erwachsenenalter
Vielleicht erleben Sie, dass Sie sich auf bestimmte Dinge sehr gut konzentrieren können, während Sie andere Aufgaben kaum beginnen oder zu Ende bringen. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, den Überblick zu behalten, Termine einzuhalten oder alltägliche Aufgaben zu strukturieren. Auch Prokrastination oder innere Unruhe können Anlass für die Frage nach ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sein.
Die eigene Situation besser verstehen.
Wann kann eine ADHS-Diagnostik sinnvoll sein?

Eine diagnostische Abklärung kann dabei helfen, besser zu verstehen, ob ADHS tatsächlich eine Erklärung für die erlebten Schwierigkeiten darstellt oder welche anderen Ursachen dabei eventuell eine Rolle spielen.
Eine Abklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie sich schon länger mit Schwierigkeiten beschäftigen, die sich in verschiedenen Lebensbereichen zeigen.
Dazu gehören beispielsweise:
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Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
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Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement
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häufiges Aufschieben von Aufgaben oder Probleme, Aufgaben zu beginnen oder abzuschließen
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Vergesslichkeit und Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten
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innere Unruhe oder ein starkes Bedürfnis nach Abwechslung
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impulsives Verhalten oder Schwierigkeiten, sich zu regulieren
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starke Schwankungen von Motivation und Leistungsfähigkeit
Dahinter können unterschiedliche Ursachen stecken: Nicht jede Konzentrationsschwierigkeit oder Prokrastination ist Ausdruck von ADHS. Deshalb geht es bei der Diagnostik darum, die verschiedenen möglichen Zusammenhänge sorgfältig zu betrachten.
Handelt es sich dabei um ADHS?
ADHS kann sich im Erwachsenenalter sehr unterschiedlich zeigen. Manche Betroffene haben bereits seit der Kindheit deutliche Schwierigkeiten in verschiedenen Lebenssituationen, bei anderen wird die Problematik erst im Studium, Berufsleben oder in einer anderen Lebensphase deutlich. Dabei sind es oft zunehmende oder sich ändernde Herausforderungen, die dazu bringen, sich mit den dahinterliegenden Ursachen vermehrt auseinanderzusetzen.
Im Rahmen der diagnostischen Abklärung erfolgen folgende Schritte:
Erstgespräch und Anamnese
Diagnostische Verfahren
Differentialdiagnostische Abklärung
Zu Beginn der Diagnostik erfassen wir ausführlich Ihr aktuelles Anliegen, die bestehenden Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche u. a. im Beruf, Studium, Alltag oder im Privatleben. Dabei betrachten wir auch Ihre persönliche, schulische und berufliche Entwicklung sowie den Verlauf relevanter Beschwerden seit der Kindheit.
Dabei werden standardisierte Fragebögen und diagnostische Verfahren eingesetzt. Ziel ist es, verschiedene für ADHS relevante Bereiche wie Aufmerksamkeit, Organisation oder Alltagsbewältigung systematisch anzusehen und die Informationen aus dem Erstgespräch zu ergänzen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Diagnostik ist die Frage, ob die beschriebenen Schwierigkeiten durch ADHS erklärt werden können oder andere Faktoren eine größere Rolle spielen. Dabei werden unter anderem psychische Belastungen, aktuelle Lebensumstände, mögliche alternative Erklärungen und die Entwicklung der Beschwerden über die Lebensspanne berücksichtigt. Aus dem Zusammenspiel dieser Informationen ergibt sich eine fundierte diagnostische Einschätzung.
Wie geht es nach der Diagnostik weiter?
Behandlung von ADHS
Wenn bereits eine ADHS-Diagnose vorliegt oder sich ADHS im Rahmen der Diagnostik bestätigt, kann sich eine psychologische Behandlung anschließen. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Frage, was durch ADHS schwerfällt, sondern vor allem, wie sich der Alltag langfristig besser gestalten lässt. Gemeinsam schauen wir, welche Herausforderungen im individuellen Alltag bestehen und welche Strategien dabei helfen können, mit ihnen wirksamer umzugehen.
Die psychologische Behandlung kann unter anderem folgende Bereiche umfassen:
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Aufmerksamkeit und Konzentration: Strategien für einen besseren Umgang mit Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeitssteuerung und wechselnder Konzentrationsfähigkeit entwickeln.
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Organisation und Zeitmanagement: Aufgaben strukturieren, Prioritäten setzen, realistische Zeitplanung entwickeln und den Überblick behalten.
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Prokrastination und Aufschieben: verstehen, warum Aufgaben immer wieder aufgeschoben werden, und konkrete Wege entwickeln, um leichter ins Handeln zu kommen.
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Selbstmanagement: eigene Bedürfnisse, Ressourcen und Grenzen besser wahrnehmen und den Alltag entsprechend gestalten.
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Emotionsregulation: einen besseren Umgang mit Überforderung, Frustration, innerer Unruhe entwickeln.
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Studium, Beruf und Alltag: individuelle Strategien für Anforderungen in Studium, Beruf, Haushalt und anderen Lebensbereichen erarbeiten.
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Umgang mit wiederkehrenden Schwierigkeiten: gemeinsam Muster erkennen, die den Alltag erschweren, und alltagstaugliche Veränderungen Schritt für Schritt umsetzen.
Dabei geht es nicht darum, den Alltag nach einem starren Schema zu organisieren. Vielmehr entwickeln wir individuelle Strategien, die zu Ihrer Lebenssituation, Ihren Stärken und Ihren persönlichen Bedürfnissen passen.
Die Behandlung kann sowohl bei seit Langem bestehender ADHS als auch nach einer neu gestellten Diagnose sinnvoll sein. Gerade nach einer Diagnosestellung kann es hilfreich sein, die eigenen Erfahrungen und bisherigen Schwierigkeiten neu einzuordnen und daraus konkrete Veränderungen für den Alltag abzuleiten.
Ziel der Behandlung ist es, mehr Selbstverständnis und Handlungsspielraum im Umgang mit ADHS zu entwickeln – und Strategien zu finden, die sich auch langfristig im Alltag umsetzen lassen.